Was ist Huforthopädie?

Die Huforthopädie nimmt Rücksicht auf die individuellen anatomischen Gegebenheiten und den Bewegungsapparat des Pferdes. Statt eines festen Schemas werden die Ursachen von Problemen (Spaltenbildung, Strahlfäule, hebelnde Wände, hohle Wände) durch eine angepasste Bearbeitung versucht zu beheben. Die huforthopädische Bearbeitung zielt im Unterschied zu anderen Bearbeitungsweisen nicht auf die Herstellung einer bestimmten Idealform des Hufes. Der Huf des Pferdes ist abhängig von den Haltungsbedingungen, Rassemerkmalen und dem individuellen Gangbild; so erhält jedes Pferd seine ganz individuelle Hufform  und letztendlich auch Bearbeitung.

Die Huforthopädie macht sich Abrieb und Bodengegendruck zu Nutzen und kann bis zu einem gewissen Maß die Hufsituation mitgestalten. Sie vermeidet plötzliche Stellungskorrekturen, die belastend für die über dem Huf liegenden Gelenke, Knochen, Bänder und Sehnen sind. Wichtig sind funktionale und gemütliche Hufe für das Pferd, die nicht nach ästhetischen Gesichtspunkten "schön" geschnitten werden.

Um die Hufsituation langfristig gesund zu gestalten, richten sich die Bearbeitungsintervalle nach dem Hornwachstum. Dieses kann je nach Pferd und Hufsituation variieren, liegt aber in der Regel bei ca. 6 Wochen, im Winter auch mal bei größeren Abständen; im Sommer kann unter Umständen ein geringerer Abstand nötig sein.

Ich bearbeite nach den Grundsätzen der Deutschen Huforthopädischen Gesellschaft (DHG e. V.). Dabei lege ich sehr großen Wert auf eine ruhige Bearbeitung, bei der ich mir ausreichend Zeit für jedes Pferd nehme und gerne die Fragen der Besitzer beantworte.

Mit Hilfe der Huforthopädie können unter anderem folgende Probleme angegangen werden:

- Strahlfäule und Strahlkrebs

- Hornspalten

- Hufgeschwüre

- Ausbrechende Hufwände

- Sanierung von Rehehufen

- Umstellung von Eisen auf Barhuf

 

Abrieb

Je nach Bodenverhältnissen (Sand, Asphalt, Weide,...) reibt sich das Horn unterschiedlich stark ab. Mit Hilfe einer gezielten Abriebsteuerung, können die Hufe vorausdenkend mitgestaltet werden.

Asymmetrie

Die wenigsten Hufe entsprechen einer ästhetischen Idealform. Dies zu akzeptieren ist wichtig, um eine gewisse Schiefe der Hufe anzunehmen und diese nicht gegen die anatomischen Besonderheiten des Pferdes (schiefe Knochensäule durch Fehlstellung) zu bearbeiten. Trotzdem können auch schiefe Hufe funktional bearbeitet werden ohne die Schiefe schlimmer werden zu lassen.

Anatomie

Die Anatomie des Pferdes spielt eine große Rolle bei der Hufbearbeitung. So formen die individuelle Aufstellung des Pferdes und sein Gangbild die Hufe. Die Grenzen der Hufbearbeitung zu erkennen (beispielsweise anatomische Ursachen für steile und flache Hufe)und zu akzeptieren und nicht gegen die Anatomie zu arbeiten, ist unumgänglich für eine gesunde Hufbearbeitung. Gerade bei Rehehufen ist ein sehr gutes anatomisches Verständnis unabdingbar.

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